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BERGMANN
Rechtsanwälte
Anreize für Investitionen in Finnland
1.
Anreize für Forschung und Entwicklung
Finnland ist stolz auf seine Vorreiterrolle in einigen Bereichen der modernen Technologie und Forschung. Forschungs- und Entwicklungsvorhaben werden staatlich gefördert mit dem Ziel der Entwicklung international konkurrenzfähiger Produkte, Produktionsverfahren oder Dienstleistungen. Das Zentrum für Technologieförderung (Tekes) gewährt Beihilfen und Risikodarlehen für solche Vorhaben. Die Höhe der Förderung ist im Einzelnen abhängig von der Art des Projekts und der Größe des geförderten Unternehmens.
Die Fördermittel können auch bei Großunternehmen in Ballungsgebieten einen ganz erheblichen Anteil der Kosten für Löhne und Gehälter, Rohstoffe, Maschinen, Subunternehmer, Reisen und Patente decken. Bei kleineren Unternehmen kann die Förderung auch über 50% der Kosten betragen.
Im Hinblick auf das allgemein hohe Niveau des finnischen Bildungswesens sind in der Regel qualifizierte Arbeitnehmer auch für anspruchsvolle Aufgaben im Bereich Research and Development verfügbar. Ein gutes Investitionsklima für wird auch durch die in Finnland schon vorhandenen „Know-how-Cluster“ gebildet, zum Beispiel im Bereich der Kommunikationstechnologie (Nokia-Effekt), im Bereich der medizinischen Diagnostik sowie im Bereich der Holzverarbeitungstechnologie. Auch für ausländische Unternehmen kann es daher sinnvoll sein, die eigene Produktentwicklung oder einen Teil davon in Finnland durchzuführen.
2.
Sonstige Investitionsanreize
Andere Investitionsanreize verfolgen einerseits das Ziel der Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen (weniger als 250 Beschäftigte und Umsatz von maximal 40 Mio. Euro) und/oder das Ziel der Förderung strukturschwacher Gebiete. Soweit ein ausländisches Unternehmen mit seinen Investitionsüberlegungen in erster Linie den Gesichtspunkt der Erschließung des finnischen Marktes verfolgt, wird die Erstinvestition in der Regel in einem der wirtschaftlich starken Ballungsgebiete erfolgen müssen, da hier die Absatzmärkte liegen. Dort ist staatliche oder kommunale Förderung nur in Ausnahmefällen erhältlich. Von den auch für Ballungsgebiete erhältlichen Investitionsanreizen ist das interessanteste Programm, nämlich die Anreize für Investitionen im Bereich der Forschung und Entwicklung, bereits oben beschrieben.
Es gibt aber auch andere Gründe als die Markterschließung, die für Investitionen in Finnland insbesondere auch in strukturschwachen Gebieten sprechen können. Diese sind zum Teil branchenspezifisch und zum Teil allgemeiner Natur:
etwa das niedrige Lohnniveau für hoch qualifizierte Fachkräfte,
Know-how-Cluster im Bereich IT und Diagnostik,
im Transportbereich die besondere Lage als möglicher Brückenkopf für den Handel mit Russland,
im Bereich der holzverarbeitenden Industrie die Möglichkeit von Investitionen zur Sicherung der Rohstoffversorgung und zur die Transportkosten senkenden Veredelung
im Bereich der Umwelttechnik die Nutzung von natürlichen Ressourcen.
Im Vordergrund der Wirtschaftsförderung strukturschwacher Gebiete stehen Sachinvestitionen. Die Fördermittel werden in der Regel als Prozentsatz der getätigten Sachinvestitionen ermittelt. Soweit sich ausländische Unternehmen für staatliche Fördermittel qualifizieren und hohe Sachinvestitionen erfolgen, sind erhebliche Fördermittel erhältlich, auch wenn der Effekt für den Arbeitsmarkt geringfügig ist. Das ist interessant für Wirtschaftszweige mit hohem Bedarf an Anlagevermögen.
Für die Internationalisierung (Exportförderung) sind staatliche Mittel auch für andere als Sachinvestitionen erhältlich. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um Förderung der Internationalisierung aus der Sicht des ausländischen Investors. Diese Förderung kann nur in den Ausnahmefällen in Anspruch genommen werden, in denen über eine Tochtergesellschaft in Finnland weitere Märkte erschlossen werden sollen, etwa Schweden, Russland oder Baltische Länder.
Weitere Informationen sind über verschiedene finnische Organisationen erhältlich, zu denen wir gerne den Kontakt vermitteln.