Internationale Transaktionen
BERGMANN
Rechtsanwälte
Handel und Export
In den vergangenen Jahren haben sich auch ausländische Unternehmen mit zunehmendem Erfolg an Ausschreibungen zur Vergabe öffentlicher Aufträge in Finnland beteiligt. Das im Sommer 2007 in Kraft tretende neue finnische Vergaberecht sorgt für eine weitere Verbesserung der grenzüberschreitenden Beteiligungsmöglichkeit. Dennoch setzt der Erfolg eines ausländischen Unternehmens in der finnischen Ausschreibung eine gründliche Vorbereitung voraus.
Öffentliche Aufträge stellen in Finnland einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar. Das Verfahren zu deren Vergabe ist detailliert gesetzlich geregelt. Naturgemäß geschehen in öffentlichen Ausschreibungen immer wieder Fehler. Ein durch einen solchen Fehler benachteiligtes Unternehmen muss sich hiermit nicht abfinden. Der Rechtsschutz gegen fehlerhafte Vergabeentscheidungen spielt in der finnischen Praxis eine immer größere Rolle.
Finnische Unternehmen vereinbaren in aller Regel für den Fall von Streitigkeiten die Zuständigkeit von Schiedsgerichten an Stelle der sonst zuständigen staatlichen Gerichtsbarkeit. Trotz der relativ hohen Kosten gibt es zu den Schiedsgerichten keine Alternative, wenn sichergestellt werden soll, dass die Angelegenheit, ohne dass Geschäftsgeheimnisse öffentlich zugänglich werden, endgültig in angemessener Frist und mit hoher Wahrscheinlichkeit eines in der Sache richtigen Urteils entschieden wird.
Bei der Erschließung eines neuen Marktes sollte die Anpassung der Vertragsbedingungen keinesfalls als Formsache abgetan werden, denn der Inhalt der allgemeinen Geschäftsbedingungen entscheidet über wesentliche vertragliche Bedingungen in einer Vielzahl von Geschäften. Die Vertragsbedingungen gehören auch zur Visitenkarte des Unternehmens gegenüber den potentiellen Kunden. Beim Entwurf der Vertragsbedingungen sollte daher große Sorgfalt verwandt werden.
Für den Einstieg in den im europäischen Maßstab kleinen finnischen Markt bietet sich der Einsatz von Vertragshändlern oder Handelsvertretern an.
In Finnland sind Formvorschriften i.d.R. weniger streng als in Deutschland. Das bietet Vorteile, birgt aber auch Gefahren.