Internationale Transaktionen
BERGMANN
Rechtsanwälte
Gateway Finland
Die Entwicklung eines sachgerechten Risikomanagements setzt zu allererst voraus, dass die im Einzelfall unter den gegebenen Umständen bestehenden Risiken identifiziert werden. Schwerpunkte müssen dabei so gesetzt werden, wie es die Bedürfnisse der Transportbranche erfordern. Das Szenario in der Transport- und Logistikbranche ist sehr spezifisch und nicht mit sonstigen Risikoszenarien im internationalen Handel vergleichbar.
Die Haftung von Transportunternehmern gegenüber ihren Kunden weist gegenüber dem allgemeinen Schadenersatzrecht einige Besonderheiten auf, die im vorliegenden Artikel dargestellt werden. Dabei liegt der Schwerpunkt auf grenzüberschreitenden Transporten.
Während die Haftung des Frachtführers für während der Beförderung eintretende Verluste oder Beschädigungen im Hinblick auf die bestehenden Höchstsummen und die entsprechenden Versicherungen in der Regel kalkulierbar ist, ist besondere Vorsicht im Zusammenhang mit der Ablieferung der Waren geboten. Versäumnisse und Fehler in diesem Stadium führen häufig zur vollen Haftung des Frachtführers.
Finnland hat eine Schlüsselposition als Transitland für den Transport von Waren mit Ursprung außerhalb der Europäischen Union, besonders aus Osteuropa und Asien. Die hiermit verbundenen logistischen Aufgaben werden oft von in Finnland ansässigen Unternehmen oder Niederlassungen geleistet, die auch die Zollformalitäten übernehmen. Die in der EU zur Verfügung stehenden Versandverfahren vereinfachen die Abwicklung, können für das Transportunternehmen aber auch ein Risiko mit sich bringen.
Transport- und Logistikunternehmen erbringen ihre Leistungen naturgemäß auch über internationale Grenzen hinweg. An den internationalen Verkehrsknotenpunkten nehmen sie hierfür personelle und sachliche Ressourcen in Anspruch. Hat ein Unternehmen im Ausland eine irgendwie geartete Infrastruktur, so stellt sich sehr schnell die Frage, inwieweit die Erträge des Unternehmens auch im Ausland besteuert werden. Allzu oft kommt die Steuerpflicht für das Unternehmen überraschend.
Die Internationalität der Branche bringt es mit sich, dass Transportunternehmen ihre Mitarbeiter häufig in verschiedenen Ländern einsetzen. Dabei kann es leicht zu Konstellationen kommen, in denen die arbeitsrechtlichen Vorschriften mehrerer Länder nebeneinander zu berücksichtigen sind.
Kabotage ist der Transport von Gütern oder Personen zwischen zwei Orten innerhalb desselben Landes durch ein ausländisches Verkehrsunternehmen. Es versteht sich von selbst, dass die Wettbewerbsfähigkeit eines Transportunternehmens wesentlich vom Auslastungsgrad abhängt. Bei internationalen Transporten können Leerfahrten häufig nur durch Kabotage vermieden werden.
Sowohl der Bau- als auch der Logistiksektor sind in den vergangenen Jahren in Finnland schneller gewachsen als die inländische Wirtschaft im Durchschnitt. Noch bessere Wachstumsquoten hatte allerdings der Bereich der Vermietung von Geräten an die Transportbranche und den Bau zu verzeichnen. Für die Vermietung von gewerblich genutzten Transportfahrzeugen ab 3,5 t, ebenso wie die Vermietung von sonstigen Transportgeräten oder Baumaschinen sind Regulierungen nicht ersichtlich, welche es ausländischen Anbietern erschweren würden, ihre Chancen auf dem finnischen Markt wahrzunehmen.
Öffentliche Aufträge stellen in der finnischen Transport- und Logistikbranche einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar. Insbesondere Logistik- und Infrastrukturdienstleistungen an den Verkehrsknotenpunkten werden regelmäßig von Auftraggebern eingekauft, die den strengen gesetzlichen Regeln über die öffentliche Auftragsvergabe unterworfen sind.